Vorteile und Nachteile: Inklusionsschulen

Inklusionsschulen

Insgesamt haben laut Studien sieben Prozent aller SchülerInnen einen festgestellten sonderpädagogischen Förderbedarf.

Eltern von Kindern mit Behinderung unterschiedlicher Ausprägung haben die Wahl ihr Kind auf eine Förderschule zu schicken, wo es in kleinen homogenen Gruppen lernt oder auf eine reguläre Schule, auf der es mit lernstärkeren Schülern gemeinsam am Unterricht teilnimmt. In den sogenannten Inklusionsklassen gibt es zusätzlich zum üblichen Lehrpersonal speziell ausgebildete Sonderpädagogen, die auf Kinder mit besonderem Förderbedarf eingehen. Durch ihre Arbeit können auch Kinder mit Behinderung an Inklusionsschulen einen normalen Realschulabschluss machen.

Bei der Inklusiven Pädagogik gilt als wesentliches Prinzip die Wertschätzung und Anerkennung von Diversität in Bildung und Erziehung. Während radikale Vertreter dieses Ansatzes möchten, dass alle Kinder, unabhängig vom Willen ihrer Eltern, inklusiv beschult werden, halten Gegner es für legitim und vorteilhaft das Lerntempo der Kinder durch Sonderschulen stärker zu berücksichtigen. Laut Studien der Uni Bielefeld, Marburg und Gießen machen behinderte Kinder, die am Unterricht in einer regulären Schule teilnehmen aber denselben Lernfortschritt wie Kinder an Förderschulen.

Die flächendeckende Durchsetzung von Inklusionsschulen ist für Eltern behinderter Kinder aus zwei Gründen besonders wichtig. Auf der einen Seite kann so viel eher garantiert werden, dass das Kind in der Nähe des Wohnortes eingeschult werden kann. Auf der anderen Seite werden durch den Umgang mit nicht-behinderten Menschen die Weichen für einen so normalen Alltag wie möglich sehr früh gestellt.

Seit 2009 gilt in Deutschland eine UNO Vereinbarung, wonach kein Kind wegen einer Behinderung von einer Regelschule ausgeschlossen werden soll. Die UN-Konvention besagt: Gesellschaftliche Teilhabe ist ein Menschenrecht, das ohne Einschränkungen auch für behinderte Menschen gilt. Dabei umfasst sie sämtliche Lebensbereiche, wie Arbeit, Bildung, Gesundheit und Pflege, persönliche Mobilität, bis hin zur politischen Teilhabe. Zentraler Leitgedanke bei der Umsetzung ist das Prinzip der Inklusion, wonach Menschen mit Behinderungen von Anfang an und in allen Lebensbereichen an der Gesellschaft teilhaben sollen.

Nach den Vorgaben der Konvention soll also die allgemeine Schule zum Regelförderort für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen werden und das deutsche Bildungssystem inklusiv umgestaltet werden.

In Bayern können schon an 37 Grund- und Hauptschulen behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam unterrichtet werden. Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle sagt “Inklusionsschulen sollen zu Motoren für ein neues Miteinander von jungen Menschen mit und ohne Behinderung werden”.

In der Umsetzung gibt es derzeit noch Probleme. Viele Lehrer klagen über die Mehrbelastung durch Personalmangel. Die Umstellung auf Inkusionsklassen bedeutet für die Schulen eine große Herausforderung, da Sonderpädagogen vielerorts fehlen.

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Vorteile der Inklusionsschulen

Nachteile der Inklusionsschulen

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