Vorteile und Nachteile: Globalisierung

Vorteile und Nachteile Globalisierung

Unter dem Begriff Globalisierung versteht man die Zunahme internationaler Verflechtungen in den Bereichen Wirtschaft, Politik, Kultur, Umwelt, Technik, Wissenschaft und Gesellschaft zwischen Individuen, Institutionen und Staaten.
Manche bezeichnen diesen Prozess als Denationalisierung, um den Macht- und Bedeutungsverlust des Nationalstaates zu beschreiben.

Als Vorläufer der Globalisierung gilt der Kolonialismus. Zwischen 1880 und 1914 versuchten viele europäische Länder, Kolonien unter ihren Einfluss zu bringen. In der darauf folgenden Zeit der Dekolonisation nach dem zweiten Weltkrieg erlangten viele Staaten wieder ihre Unabhängigkeit, haben seither aber aktive, weltumspannende Handelsbeziehungen mit den ehemals herrschenden Ländern.

Die Globalisierung verstärkt den Druck auf einzelne Länder, sich zu regionalen Wirtschaftsräumen zusammenzuschließen. So entstanden Freihandelszonen wie die Europäische Union, NAFTA in Nordamerika, APEC im pazifischen Raum, ASEAN in Südostasien oder CARICOM im karibischen Raum.

Als Ursachen für die Globalisierung kann man technische Fortschritte, Produkt- und Prozessinnovationen (besonders Kommunikations- und Transporttechnologien), Entscheidungen und Maßnahmen zur Liberalisierung des Welthandels und den Bevölkerungswachstum sehen. Auch der Finanzmarkt gilt als treibende Kraft der Globalisierung, da sich durch moderne EDV Milliardenbeträge innerhalb von Sekunden über den Globus verschieben lassen.

Für große Unternehmen liegt der Vorteil von Globalisierung in der Ausdehnung auf neue Märkte. Sie produzieren heute weltweit und nutzen die unterschiedlichen Lohnkosten sowie Investitions- und Steuerbedingungen in den unterschiedlichen Ländern zu ihren Gunsten.

Großkonzerne verdrängen kleine, national operierende Unternehmen und haben oft großen Einfluss auf die Politik eines Landes, was von vielen Seiten kritisiert wird.

Die sogenannte Heckscher-Ohlin-Analyse liefert eine wichtige ökonomische Erkenntnis. Handel vergrößert den Wohlstand insgesamt und macht daran beteiligte Länder reicher. Andererseits wird nicht jeder einzelne Bürger durch Handel automatisch wohlhabender. In einem Land profitieren hochqualifizierte Beschäftigte, während Geringqualifizierte Einkommenseinbußen erleiden. In einem Schwellenland kann dies genau umgekehrt sein.

Globalisierungsgegner sind überzeugt, dass der Globalisierungsprozess die soziale Ungleichheit weltweit verstärkt.

Schwellenländer haben durch relativ niedrige Löhne bei niedrigen Lebenskosten die Möglichkeit, Anschluss an die Weltwirtschaft und Wirtschaftswachstum und zu erreichen.

Entwicklungsländer hingegen, die von politischer Instabilität, mangelhafter Rechtssicherheit und unzureichender Infrastruktur geprägt sind, können selbst bei niedrigsten Löhnen kaum produktive Auslandsinvestitionen anziehen. Dadurch sind Entwicklungsländer häufig vom Globalisierungsprozess ausgeschlossen, was ihre Rückständigkeit noch verstärkt. Viele Entwicklungsländer sind vom Export nur eines Rohstoffes abhängig, so dass sich Schwankungen der Weltmarktpreise katastrophal auf deren Wirtschaft auswirken können.

 

Zu den Vorteilen der Globalisierung für den einzelnen Bürger zählt die Mobilität. Von der weltweiten Reisefreiheit profitiert auch die Tourismusbranche und neue Arbeitsplätze entstehen. Der Massentourismus in exotischen Urlaubsländern aber führe – so die Kritiker – immer häufiger zum deutlichen Rückgang der kulturellen Traditionen.

Ein anderer Vorteil sind neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Individuen können mit Hilfe von internetbasierter Telefonie mit Menschen auf der ganzen Welt zusammenarbeiten. Dies hat zur Folge, dass sich der Arbeitsmarkt durch “Digitale Nomaden” stark verändert. Start-Ups und kleine technikbasierte Firmen haben teilweise keine Büros mehr und lassen ihre Mitarbeiter ortsunabhängig agieren. Über das Internet haben sich die grenzüberschreitenden Kommunikationsprozesse vervielfacht. Die Zahl der Internetanschlüsse steigt weiter exponentiell, allerdings über den Globus sehr ungleich verteilt und in totalitär regierten Ländern streng überwacht.

 

Kritiker betonen immer wieder die negativen Auswirkungen der Globalisierung auf die Umwelt. Eine Steigerung der globalen Produktion führt zu einer vermehrten Umweltbelastung (z.B Ozon). Die wirtschaftlichen Fortschritte der Schwellenländer erhöhen den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid. Internationalen Maßnahmen für den Klimaschutz sind aus Sicht der Globalisierungsgegner nicht ausreichend. Auch Freihandels- oder Sonderwirtschaftszonen werden scharf kritisiert. Hier gibt es wenige Umwelt- oder Arbeitsschutzbestimmungen, da Unternehmen nach eigenem Ermessen handeln. Der hohe Grad an Spezialisierung führt dazu, dass Waren nicht mehr komplett an einem Ort produziert werden, sondern Einzelteile auf der ganzen Welt gefertigt und dann transportiert werden müssen.

 

Die Globalisierung hat aber die Wahrnehmung der global auftretenden Schäden verbessert. Umweltstandards in Industrieländern sind höher als in Schwellen- und Entwicklungsländern. Im Zuge der Globalisierung werden diese höheren Umweltstandards zunehmend auf die Schwellenländer und Entwicklungsländer übertragen. So müssen beispielsweise Länder, die der EU beitreten wollen, strengere Umweltgesetze übernehmen. Effizientere Produktionsweisen führen zu Ressourceneinsparungen und Kostenvorteilen für die Unternehmen, so dass auch in den Schwellenländern langfristig eine Anpassung der Produktionsweisen stattfindet.

Unter Globalisierung der Kultur verstehen Kritiker die Ausbreitung „westlicher“ Wertvorstellungen und Lebensstile vor allem über das Fernsehen und Internet. Dieser Vorgang wird auch Amerikanisierung genannt. Als schlechtes Vorbild an Ressourcenverschwendung kann dieser Effekt auch in anderen Ländern zu einem negativen Umgang mit Rohstoffen und Konsumverhalten führen. Im Zusammenhang mit dem Konfliktpotenzial der Globalisierung auf kultureller Ebene wird oft das Schlagwort „Kampf der Kulturen“ ins Spiel gebracht.

In einer globalisierten Welt sind nicht nur Wirtschaft und Handel weltweit vernetzt, auch Forschung findet zunehmend auf globaler Ebene statt. Das verbessert die Bedingungen für Innovationen in der Technik und Fortschritte in der Medizin.

Die globale Vernetzung kann außerdem dazu beitragen, dass Menschenrechte weltweit besser durchgesetzt und überwacht werden und so langfristig zum gesellschaftlichen Standard werden.

Globalisierung lässt sich kaum zurückdrehen, aber durch globalpolitische Strukturen und Regelwerke kann man versuchen Problemfelder für die Zukunft zu lösen.

 

Was haltet ihr von der Globalisierung? Stimmt für euer Top-Argument und diskutiert mit uns in den Kommentaren!

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